Religion und PolitikUSA

Wer ist eigentlich… Marianne Williamson?

Bei Präsidentschaftswahlen hier oder auch anderorts kommt es immer wieder vor, dass AußenseiterInnen ins Rennen um das höchste Amt im Staat gehen, meist um Publicity rund um sich zu generieren, die dann für andere Dinge praktisch ist, eher weniger um tatsächlich in das Amt gewählt zu werden. In den USA tritt bei den derzeitigen demokratischen Vorwahlen zur Kandidatur als PräsidentIn die Autorin Marianne Williamson an. Sie ist bekannt für ihre spirituellen Bücher, Kurse und Vorträge. Die gebürtige Texanerin begann in der 1980er Jahren Vorträge zu spirituellen (aber explizit nicht an eine “etablierte Religion” gebundene) Themen zu halten und wohltätige Projekte umzusetzen. Es folgten Bücher, die offizielle Unterstützung von Oprah Winfrey, infolge dessen noch mehr Popularität und noch mehr Bestseller und letztlich nun ihre Kandidatur.

“Turn Love into a Political Force”

Doch wofür steht Marianne Williamson, vor allem abgesehen von klassischen liberalen Themen der Demokraten, wie Klimakatastrophe, Reproductive Rights, Gun Control oder Strafvollzugs-Reform? Tatsächlich unterscheidet sie inhaltlich kaum etwas von ihren MitbewerberInnen. Was ihr aber ganz eigen ist, ist eine Dosis Spiritualität in all ihren Ausführungen. Einer ihrer Kampagnenslogans ist “Turn Love into a Political Force”. Sie argumentiert, dass in den letzten Jahrzehnten der moralische Kompass, das Miteinander, die Herzen in den USA verloren gegangen sind. Und es gilt diese wieder zu entdecken. So schreibt sie in ihrem Blog etwa: “What does America need? We need to love our country and to love each other enough to make some bold and necessary changes.” (Link) Einen kurzweiligen Einblick in ihre, ich nenne es mal “Wellness Politik”, bekommt man in diesem Interview hier, das sie mit GOOP (Gwyneth Paltrow Wellness Empire) geführt hat (Link).

Sie versucht diesen Fokus auf “Love” auch in eine politische Agenda zu übersetzen. Zum Thema Außenpolitik zum Beispiel formuliert sie in ihrem Blog folgendes:

“In the 21st Century, it is not brute force that will save us, but rather soul force. It will not be our ability to kill one another but rather our ability to relate to one another that will save our species from extinction (…) With the establishment of a United States Department of Peace, I will make peace-building my highest priority for just that reason.(…) Love of our fellow human beings, not fear and domination, should guide America’s foreign policy. For that to happen, we will need not only a new leader; we will a new kind of leader. I believe I am the woman for the job.” (Link)

Rund herum kommen dann auch durchaus konkrete Vorschläge, wie die Kürzung des Militärbudgets. Aber auch in anderen Politikbereichen hat sie konkrete Ideen, so tritt sie beispielsweise als eine der wenigen demokratischen KandidatInnen für Reparations (Erklärung hier) ein. 

Im Interview mit Trevor Noah (The Daily Show) bekommt man noch ein paar bessere Eindrücke von Marianne Williamson: 

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